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Presseberichte 2008

21.01.2008: Internet World Business

Wandel zum Infobroker - Reise buchen 2.0: Communitys, Videos, Blogs und Bewertungen erweitern den Horizont des Urlaubers online

Ob Communitys, Hotelbewertungen oder Hotelsuche per Video: Die Onlinereisebranche ist ohne sogenannte Web-2.0-Elemente heute kaum mehr vorstellbar. Die Geschäftsmodelle der einzelnen Anbieter sind jedoch sehr unterschiedlich.
Zahlreiche Analysen belegen, wie stark der deutsche Onlinereisemarkt boomt. Nach einer Studie von Bitkom/GfK Travel-
scope wurden im Jahr 2006 von insgesamt 127,1 Millionen Reisen etwa 30 Millionen vollständig oder teilweise online gebucht.
Diese Zahl soll sich im Jahr 2007 auf über 35 Millionen erhöhen, Tendenz weiter steigend. Vor der Buchung allerdings holen die User immer häufiger Rat ein – im Internet. Sie informieren sich in Enzyklopädien, Weblogs, Internetfotoalben oder in Communitys.

„Ohne Web 2.0 wird es im Onlinereisemarkt künftig nicht mehr gehen“, ist sich Claudia Brözel, Vorstand des Internet Reisevertrieb (VIR), sicher. Auch Axel Jockwer, Unternehmenssprecher bei Holidaycheck.de, ist überzeugt: „Web-2.0-Features sind zum Standard geworden. Reine Marketingprodukte wie Kataloge dienen nur der Orientierung.“ Entsprechend springen immer mehr Reiseportale auf den Zug auf, immer mehr Angebote zum Thema Reisen erscheinen im Internet. Gibt man beispielsweise bei Google das Stichwort „Reiseblog“ ein, listet die Suchmaschine mehr als 200.000 Einträge auf. Hotelbewertungsplattformen schießen wie Pilze aus dem Boden, Communitys finden begeisterte Anhänger, Hotels lassen sich, wie bei www.tvtrip.de, per Video betrachten. Und auch traditionelle Reiseanbieter, beispielsweise Tui, wollen im „Mitmach-Netz“ mitmischen.

„Für den Endkunden ist dies sicher eine sehr positive Entwicklung. Gerade beim Thema Reisen und Urlaub geht es vor allem um Emotionen, persönliche Erfahrungen und schöne Erinnerungen. Da recherchiert man nicht nur gerne vor einer Reise, sondern schreibt auch über die Erfahrungen, die man selbst gemacht hat“, sagt Kai Brach, Gründer der Reise-Community Globazoo.de. Allerdings hat der Web-2.0-Boom auch Nachteile: „Meckerer“ finden eine Bühne, um sich zu profilieren, Hotels platzieren schon mal Eigenlob. Einzelne Portale versuchen auch, ihre Nutzer mit Geld oder Reisegutscheinen zu ködern, um nutzergenerierten Content anbieten zu können. Fraglich ist, wie objektiv die Bewertung von Hotels oder anderen Reiseleistungen dann noch ist. Dennoch: Die Möglichkeit der Branche, Web-2.0- Element einzusetzen, werden vielfältig genutzt. Von den acht Mitgliedern des VIR hat die Hälfte Mitmachangebote in den Webauftritt integriert. So hat zum Beispiel Expedia mit „Tripadvisor“ ein eigenes Bewertungsportal für Hotels und Reisen aufgebaut. Wenn auch noch recht spärlich finden sich Hotelbewertungen auch bei Gratistours.com. Zudem das Unternehmen mit „Gratistours Island“ eine Dependance in Second Life eröffnet (Siehe Kasten) . Ganz neu bei Gratistours ist die Social-Networking-Plattform friendlyface.com, die Ende Januar in der Betaversion live geht. Damit wollen wir die erste Anlaufstelle für reiseinteressierte User sein – egal ob vor oder nach der Reise“, erklärt Geschäftsführerin Jasmin Taylor von Gratistours.

Ähnlich einer Community können Internetnutzer Urlaubstipps lesen und verfassen sowie diese in einem eigenen individuellen Reiseführer zusammenfassen. Geld will Gratistours.com über Partnerangebote verdienen – die Unternehmen sollen dann als Sponsoren bestimmter Bereiche der Website auftreten. „Das könnte ein Unternehmen aus der Fotoindustrie sein, das die Bilder sponsert und Besucher einlädt, ihre besten Urlaubsfotos zur Prämierung einzuschicken“, nennt Jasmin Taylor ein Beispiel.

Einen anderen Weg ist das neue VIR-Mitglied Holidaycheck.de gegangen. Gestartet ist das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Kreuzlingen als Bewertungsplattform. Mehr als 140.000 Nutzer sind derzeit laut Unternehmenssprecher Axel Jockwer als „Meinholidaycheck“ – User mit eigenem Profil registriert und können Meinungen, Bilder und Videos online stellen. Die Motivation dafür kommt zumeist aus der „großen Community, in der jeder seinen Platz finden kann“, mein Jockwer. Inzwischen ist Holidaycheck mehr als eine Bewertungsplattform. „Auf vielfältigen Wunsch unserer User“. So Jockwer, habe das Unternehmen mittlerweile ein Onlinereisebüro geschaltet.

Mit Bewertungen und ein paar Werbebannern allein ist kein Geld in der Online-Reisebranche zu verdienen. Das weiß auch Donovan Dunker, Inhaber von Hotelkritiken.de. Deshalb schließt er nicht aus, dass sein Unternehmen künftig auch Reisen verkauft. Bis es (vielleicht) so weit ist, will er sich über Qualität von seinen Wettbewerbern absetzen. So müssen sich alle User bei Hotelkritiken.de mit Namen und Adresse registrieren und mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem achtet das Unternehmen darauf, dass die Bewertungen von deutschen Urlaubern gemacht werden. „Die Ansprüche eines Reisenden sind mit denen eines amerikanischen oder englischen nicht zu vergleichen“, meint Dunker. Wie viele Nutzer er auf diese Art und Weise gewinnen konnten, will er nicht verraten. Auch bei seinen weiteren Plänen hält er sich bedeckt – er hat zu schlechte Erfahrungen mit der Konkurrenz gemacht. „ Kaum hatten wir Schiffkreuzfahrten in unser System aufgenommen, ist Holidaycheck kurze Zeit später nachgezogen“, so Dunker.

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